Tag belles_ur
Nicht doch. Auch eine eingeschränkte Existenz lässt sich dehnen bis zu ihren Rändern, die vorher unsichtbar sind. Nur das, wofür wir keine Sinne haben, ist uns verloren. Wem das Auge des Geistes aufgegangen ist, der sieht andern unsichtbare, mit ihm verbundene Dinge. Alles, was das Gemüt anregt, erfrischt und erfüllt, ist mir heilig, sollte auch [&... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Eines bleibt, um nicht durchzudrehen: Rausklettern, dem Himmel entgegen. (Juli Zeh: Die Stille ist ein Geräusch) … (radtour zu viert. mit kuchen vom liebsten. kaffee vom kocher. und mirabellen vom baum.) …... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Lebende Strukturen können nur sein, indem sie werden, können nur existieren, indem sie sich verändern. Wachstum und Veränderung sind inhärente Eigenschaften des Lebensprozesses. (Erich Fromm: Haben oder Sein) da wir bis heute spätnachmittag besuch hatten gibt es die zwölf photos des zwölften tages in diesem monat eben am dreizehnten. die nacht ende... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Diese vielen Kindheitserfahrungen erteilten mir unausgesprochene Lehren in Bewertung von Raum, Textur, Licht und Schatten, über den Geruch von Teppichen, die Wärme von Holz und die Kühle der Fliesen vor unserem Küchenherd. Die Vorlesungen über Architektur, die ich später zu hören bekam, beschäftigten sich niemals mit solchen grundlegenden Sinneserf... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Wenn die Tage reife Früchte sind, was will ich mehr vom Leben? (Doris Bewernitz: Wo die Seele aufblüht.) ein blech pflaumenkuchen, den die belle-sœur uns buk. stockrose im garten. wassereis auf der vortreppe. johannisbeerernte in schwiegerelterns garten. jochelbeeren am spielplatzrand. gartengrützengenuß bei der mamuschka und dem schrat.... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Manchmal schickte die Köchin mich über die feuchten Wiesen, wo ich Kräuter für den Salat sammeln sollte. Anfangs kam sie mit und zeigte mir die guten Kräuter und solche, die sie Unkraut nannte. Alle hatten sie schöne Namen: Löwenzahn. Schafgarbe. Augentrost. Sauerampfer. Klappertopf. Der giftige scharfe Hahnenfuß. Wiesenfuchsschwanz. Frauenmantel. ... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Die Formen des Ausdrucks können ganz unterschiedlich sein und müssen nichts mit Worten zu tun haben. Wer man ist, kann sich auch an Tönen, Pinselstrichen und geformten Material zeigen, an der Art zu filmen und zu fotografieren, zu tanzen und sich zu kleiden, sogar daran, wie man kocht oder den Garten gestaltet. All das kann […]... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
»Hast du ein Seligkeitsding gekriegt?« fragt Lisabet, nachdem alle Päckchen ausgeteilt sind. Madita überlegt. Sie hat Bücher bekommen und neue Schlittschuhe und Ausschneidepuppen und ein Spiel und Briefpapier und einen Rock und eine kleine Marzipantorte. Alles ist wunderbar, aber ein richtiges Seligkeitsding war wohl doch nicht dabei. Das kann man ... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Ich glaube, daß sie zu den Menschen gehörte, die in ihrer Familie einen echten Halt, ein wirkliches Hinterland hatten, und daß sie eben deshalb wagen konnte, auch allein zu sein, sich von überholten Lebensformen zu entfernen. Einsam ist sie, soviel ich weiß, nicht gewesen.(Christa Wolf über Brigitte Reimann in: Sei gegrüsst und lebe.) im oktober [&... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
»Ich sammle Farben«, sagte er nur, »denn der Winter ist grau.« (Frederick. Leo Lionni) für bunte farben im september sorgten die guten erntegaben, die die mamuschka und der schrat uns frisch [1; 5] sowie in gedörrter form [4] mitgaben. und auch der augustjunge, der pinselte, druckte [2; 3] und malte, was das zeug hielt. ansonsten […]... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Wir hatten ja Spielplätze, wir waren immer beschäftigt, hatten die Natur, die uns immer aufgeregt hat, die Jahreszeiten, die immer etwas Neues anzubieten hatten. (Sybil Gräfin Schönfeldt : Astrid Lindgren) ganz in der nähe, doch weit weg von den vielbefahrenen autostraßen, entdeckten wir mit der bellesœur und dem beaufrère einen wunderbaren picknic... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Der Hahn schreit, Hühnerküken wuseln, bunte Blumen nicken mit ihren Köpfchen, es duftet nach Heu und Kräutern. Auch Schönheit ernährt die Seele, auch Vergnügen kann man hier ernten. (Ute Scheub | Stefan Schwarzer: Die Humusrevolution. Wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende schaffen.) im august konnten wir auch so ma... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
[…] ich sitze und denke und fühle mich in einer Aufgehobenheit, und meine Hände entwischen in die Luft, in luftige Höhen, das heißt, ich denke, was Hände alles können, und es gefällt mir, dass die Hände eine sehr grundsätzliche Fähigkeit haben, ich habe immer gern mit den Händen im Dreck gewühlt, vor allem im sandigen, […]... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Das Leben ist mehr als Erwerbsarbeit – ihre Bedeutung gehört abgewertet. Das Miteinander braucht mehr Zeit – nennen wir sie Zeit für Kinder, Alte, Nächste, Freunde, Geliebte und für alles Lebendige um uns. (Frigga Haug: Zeit, Wohlstand und Arbeit neu definieren) im dezember haben wir uns zeit für die schönen momente, ein paar unternehmungen und [&... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
ein baum. bäume. bäume. wald. algen auf der nahe. die riesigen nachtkerzen im brachbereich des bad münsterer bahnhofs. der weinhang unter der (ebern-?!)burg – mal quer, mal längs bepflanzt. die weißen margeritentupfen auf der trockenen wiese. zwei baggers. eine taube, die sich gemütlich auf einer stromleitung putzt. die ist ja lustig! ein kle... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Das Auge wendet sich stets zur Gestalt eines Dinges. In bestimmten Gestalten findet es innigen Trost und ein Gefühl von Heimat. (John O’Donohue: Anam Cara. Das Buch der keltischen Weisheit.) tatsächlich stellt sich mir beim betrachten dieser grün-grau-braunen bilderreihen ein inniger trost und ein gefühl von heimat ein. vielleicht auch, weil ... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Am Abend vor Weihnachten war ich sehr traurig. Ich dachte, Mama und Agda würden nicht fertig werden bis zum Heiligabend. Es sah noch so ungemütlich und unordentlich in der Küche aus. Deshalb weinte ich ein bisschen, als ich im Bett war. Am Morgen des Heiligen Abends wachte ich früh auf. Ich lief im Nachthemd in […]... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
»Ich fühle mich so glücklich um die Füße«, sagte er, wenn er zusah, wie der Lehmmatsch zwischen den Zehen hervorquoll. »Überhaupt bin ich glücklich am ganzen Körper«. (Astrid Lindgren: Rasmus und der Landstreicher) das glücklichsein um die füße und am ganzen körper kennen die zwei kleinen jungen hier (und wir großen oft) auch nur allzu […]... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Es steht ein Baum auf meines Vaters Hof – klingt meine Linde – lausche dem Rauschen der Fichte, an deren Wurzel du deine Wohnstatt hast. Überall, in Gedichten und Liedern, in Sagen und Mythen gibt es Bäume. Wir tragen sie in unseren Erinnerungen. »Bäume, die ich gekannt habe«, man stelle sich vor, wenn man Menschen […]... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Und wenn es nur wegen unserer Erinnerungen wäre, für die man beizeiten zu sorgen hat (…). (Christa Wolf: Nachdenken über Christa T.) ich bezweifle, dass der augustjunge sich in ein paar jahren bewusst an seinen 2. geburtstag erinnern wird. an das picknick im park, an das geburtstagsfrühstück mit dem kleinen sandkuchen [1; 5], der […]... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Jeder Teil unseres Körpers enthält die Erinnerung an alte Erfahrungen, die er gemacht hat. (John O’Donohue: Anam Cara. Das Buch der keltischen Weisheit.) in welche unserer körperteile haben sich die aprilfreuden wohl eingeprägt und eingenistet? die meisten sind wahrscheinlich in unseren händen enthalten: [1] das nähen des ‹neuen› wäschesacks ... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Durch eine Verkürzung der Erwerbsarbeit ließen sich Selbst- und Fremdversorgung so kombinieren, dass die Abhängigkeit von einem monetären Einkommen sinkt. (Niko Paech: Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie.) während ich in berlin im laufe der jahre herausgefunden habe, was gut im balkongärtchen wächst und gedeiht, probie... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Ein lustiges Leben ohne Essen taugt nichts. (Astrid Lindgren: Michel in der Suppenschüssel) und auch ein lustiger juli ohne essen taugt nichts. deswegen: frische samstagsbrötchen gemeinsam mit dem augustjungen an einem sommerlichen samstagmorgen mit dem fahrrad geholt [1]. kaiserschmarren, den der liebste mit dem augustjungen kochte und standesgemä... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Zweitens also dankte ich den Kindern aus pädagogischen Gründen: um Höflichkeit als atmosphärische Kultur zu installieren. Wie manierlich-freundlich es zuging! (Martin Z. Schröder: Wenn ein wirklich stattlicher Mann Studenten unterrichtet.) in den ersten julitagen ging dieses besondere schulhalbjahr zu ende. ich verpackte marmeladen und sirup um höf... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
In der Erinnerung – was schlummert da nicht alles an Duft und Geschmack, an Lauten und Bildern aus einer verschwundenen Kindheit. Ganz unversehens kann all das wieder erwachen und fast so sein wie einst … nein, jetzt habe ich geschwindelt, ganz und gar nicht wie einst! Aber noch habe ich nicht alles vergessen, noch kann […]... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Heute betrachten wir die meisten Dinge getrennt voneinander und legen auch unsere Gärten und Landschaften entsprechend an. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz sind voneinander getrennte Bereiche unserer Kulturlandschaft. Ebenso trennen wir Nutzgärten von Ziergärten, die Arbeit von der Erholung und ein Beet von einer Rasenfläche. Dadurch... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Und doch, so wünscht man sich, sollen die Gefühlsbeziehungen [zur Heimat; mf] ihre Konstanz in den positiven Gefühlen haben. Dann werden wir uns gerne erinnern; zudem verlieren wir dann unsere Fähigkeit, uns beheimaten zu können, im Laufe unseres Lebens nicht zu früh. Wir lernen es dann auch, unsere Zelte anderswo aufschlagen zu können. Wer nie [... mehr auf dietauschlade.wordpress.com
Nicht doch. Auch eine eingeschränkte Existenz lässt sich dehnen bis zu ihren Rändern, die vorher unsichtbar sind. Nur das, wofür wir keine Sinne haben, ist uns verloren. Wem das Auge des Geistes aufgegangen ist, der sieht andere unsichtbare, mit ihm verbundene Dinge. Alles, was das Gemüt anregt, erfrischt und erfüllt, ist mir heilig, sollte auch [&... mehr auf dietauschlade.wordpress.com