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Jane Austen: Kloster Northanger Nach Emma war nun mit Kloster Northanger mein zweiter Roman von Jane Austen an der Reihe – erfreulicherweise erneut in einer Ausgabe ohne Blümchen-Cover. Protagonistin Catherine Morland ist ein erfrischend sympathisches Kind: „Sie liebte alle Jungenspiele“, spielt lieber Cricket als mit Puppen, mit ... mehr auf danares.wordpress.com
Am 30. April 1945 brechen „zehn deutsche Antifaschisten, die sogenannte Gruppe Ulbricht“, von Moskau via Calau ins nationalsozialistische Deutschland auf. Weitere Exil-Deutsche werden auf Stalins Befehl folgen. Sie kommen mit antifaschistischen Ambitionen, sollen in ihrem kurz vor der Kapitulation stehenden Heimatland den Wiederaufbau s... mehr auf danares.wordpress.com
Lajos von Lázár kommt um die Wende zum 20. Jahrhundert im Waldschloss seiner ungarischen Adelsfamilie zur Welt. Er wird in eine düstere Stimmung geboren, geprägt vom Verschwinden des Großvaters im ebenso düsteren, das Schloss umgebenden Wald, und vom scheinbaren Wahnsinn seines Onkels Imre, der den Stücken von E. T. A. Hoffmann verfallen ist. Wir v... mehr auf nettebuecherkiste.wordpress.com
Dr. Otto Klenk „hat an sich nichts gegen Fremde“. Er mag halt lieber einheimisches Essen. Klenk denkt nicht daran, „sich auffressen zu lassen von einer fremden Kultur“. Es sind bald „mehr Fremde da als Einheimische“. Da, schon wieder ein Norddeutscher. Er muss eine Statistik einsehen, wie viele Nichtbayern sich h... mehr auf danares.wordpress.com
Annika Reich legt mit Die Nächte auf ihrer Seite einen klugen Roman vor, der uns vom Tahrir-Platz in Ägypten bis in einen Berliner Hinterhof führt. Der Roman ist einerseits getragen von Leichtigkeit, bohrt sich aber andererseits auch tief ins Hirn beim Lesen. Sie gehen in einem Abstand nebeneinander her, der sich weder verringert noch vergrößert... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
Die Frage, welche Bücher man mit auf eine einsame Insel mitnehmen würde, gehört wohl zu den beliebtesten Fragen unter Bibliophilen, aber auch zu denjenigen, die kaum zu beantworten sind. Wie sollte man sich jemals entscheiden können, angesichts der Tatsache, dass es so viele gute Bücher gibt? Markus Gasser versucht in Das Buch der Bücher für die... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
Der Job ist weg, die Freundin ist abgehauen, das Geld ist alle: Kai Weyands Protagonist Nies hat es in Applaus für Bronikowski wirklich nicht leicht. Doch dann findet er durch Zufall einen neuen Job in einem Bestattungshaus, der sein Leben auf den Kopf stellen soll. Applaus für Bronikowski ist amüsant, unterhaltsam und überaus lehrreich. Der ach... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
Katrin Seddig erzählt schonungslos und doch mit großer Zärtlichkeit von der Liebe und dem Glück, von Neuanfängen und der Angst davor im Alten und Bekannten zu ersticken. Ein Roman, der keine große Geschichte erzählt, aber dafür eine, die wie aus dem Leben gegriffen scheint. Eine Geschichte, die jedem von uns passieren könnte. Irene sieht ihn, au... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
Jenny Erpenbeck legt mit Gehen, ging, gegangen einen hochaktuellen, wichtigen und lesenswerten Roman vor. Einen Roman, dessen Schicksal es ist, dass die fiktive Handlung von der Realität eingeholt wurde und dem Buch damit möglicherweise etwas aufbürdet, das dieses gar nicht verdient. Wohin geht ein Mensch, wenn er nicht weiß, wo er hingehen soll... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
Hamid hat mich neulich gefragt, worauf ich mit meinem Getue [sic] eigentlich hinauswill. Mindestens aufs Ganze, habe ich geantwortet. Nun ist meine Ehe gescheitert, meine Kinder hinterfragen bereits vor ihrer Pubertät meinen Heldenstatus und der Verlag, in dem mein erster Roman erscheint, liegt mir seit einiger Zeit damit in den Ohren, dass ich an ... mehr auf kommentarblog.wordpress.com
Vea Kaiser erzählt in ihrem neuen Roman Makarionissi eine Familiengeschichte über fünf Generationen, die nicht nur auf einer griechischen Insel spielt, sondern auch in Hildesheim, St. Pölten, Chicago und der Schweiz. Makarionissi ist ein gleichzeitig witziger und berührender Familienroman und eine Geschichte von Helden und Herzensbrechern. Losla... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
Alina Bronsky erzählt in ihrem neuen Roman eine Geschichte von Heimat und Heimkehr. Es geht um Tschernobyl und es geht um die Menschen, die trotz der Gefahr zurückkehren, um dort zu sterben, wo sie geboren worden. Aus diesem ernsten Thema macht Alina Bronsky einen sommerlich leichten Roman – das ist nett zu lesen, kann mich aber nicht gänz... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
Verena Güntner erzählt in ihrem Debütroman Es bringen schonungslos vom Erwachsenwerden: es geht um Saufgelage, Fickwetten, tiefe Freundschaften und um Luis, der auf jeden Fall ein echter Bringer sein möchte. Es ist ganz einfach. Du brauchst einen Plan. Wenn du keinen Plan hast, geht alles den Bach runter. Das habe ich gelernt. Und wenn ich mal w... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
„Eine hatte Freiheit gesucht. Ihre Tochter hatte sich nach Beständigkeit gesehnt. Und deren Tochter sehnte sich wieder nach Freiheit.“ Selten hat mich ein Buch so bewegt, wie der neue Roman von Kristine Bilkau. Das Thema ist nicht einfach: nach dem Tod der eigenen Mutter räumt die Erzählerin die Wohnung aus und findet alte Liebes... mehr auf thelostartofkeepingsecrets.wordpress.com
Sie erscheinen auf der Oktoberheide, auf einem Rücken der Ebene, hinter dem es nichts zu geben scheint als immerzu treibende Wolkenmaserung: zwei Hundeschemen, dann der Hirte. Den Stecken in der Rechten, bleibt er im Gegenlicht, seine Gestalt so gebeugt, dass man ihn für einen alten Mann halten könnte. Erst als er einen Schritt macht, wird … ... mehr auf buchpost.wordpress.com
Im Würzburg des Kaiserreichs bilden Schüler eine Bande, inspiriert von Schillers Räubern und Karl Mays Winnetou-Romanen. Ihr Bandenpfiff ist „Nieder mit der Tyrannei“. Die Tyrannen, das sind die Erwachsenen. Irgendwann werden sie Rache nehmen und ganz Würzburg einäschern, das schwören sie sich. Und dann soll es in den Wilden Westen gehe... mehr auf danares.wordpress.com
Der Roman Gittersee von Charlotte Gneuß: Die 16-jährige Karin lebt in der DDR der siebziger Jahre. Ihr Freund Paul „macht rüber“, sie selbst bleibt zurück mit einem trinkenden Vater, einer unglücklichen Mutter, einer kleinen Schwester und einer ruppigen Großmutter: „Oma meint das nicht so. Sie ist nur sauer, weil sie den Krieg ver... mehr auf danares.wordpress.com
Zunächst: Christa Wolfs beeindruckende Erzählung Was bleibt, in einem öffentlichen Bücherschrank entdeckt. In Wolfs eigenen Worten: „Die Erzählung entstand 1979 und beschreibt die Zeit Ende der siebziger Jahre, in der Staatssicherheitsbeamte wochenlang bei uns vor dem Haus standen.“ Eben dies schildert der autofiktionale Text, eingebund... mehr auf danares.wordpress.com
Dörte Hansen legt mit Altes Land einen eindrucksvollen und warmherzigen Debütroman vor. Nüchtern, und doch mit ganz viel Humor, erzählt sie von Heimat und Heimatlosigkeit, von Flucht und dem Wunsch danach, ein Zuhause zu finden. Schon jetzt kann ich sagen, dass Altes Land mein Buch des Frühjahrs ist. In manchen Nächten, wenn der Sturm von Westen... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
„Licht, er brauchte Licht.“ Kollegen (d/w/m), wir haben es hier mit einem spezialgelagerten Sonderfall zu tun. Denn es ist doch sicherlich kein Zufall, dass die Zentrale der drei Fragezeichen, beheimatet auf dem Gelände des Gebrauchtwarencenters Titus Jonas (aka Schrottplatz) in Rocky Beach nur einen US-amerikanischen Katzensprung von S... mehr auf danares.wordpress.com
Слава Україні! Bei meiner ersten Lektürebegegnung mit dem ukrainischen Autor Andrej Kurkow im Lesemonat Juni war ich von seinen plastischen Figuren (inklusive Pinguin) sehr angetan. Probleme hatte ich allerdings mit teils schablonenhaften Formulierungen. Nun war es bei der Lektüre des Romans Graue Bienen so, dass mir die gehäufte Verwendung der For... mehr auf danares.wordpress.com
Am 29. Juni 1940 steht Lion Feuchtwanger, eine „Aktenmappe mit Nachthemd, Kamm und Zahnbürste“ unter dem Arm, vor dem Haus von Madame L. im französischen Nîmes. Sieben Tage zuvor musste Frankreich einen Waffenstillstandsvertrag mit Deutschland unterzeichnen. Der Vertrag enthielt den für Exilant*innen verhängnisvollen „Auslieferung... mehr auf danares.wordpress.com
Mit Mein weißer Frieden legt Marica Bodrožić einen autobiographischen Reisebericht vor. Es ist ein Reisebericht, der einer Spurensuche gleicht, bei der es um die ganz großen Fragen des Lebens geht: nicht nur um Krieg und Frieden, sondern auch um die Frage, wie wir unser eigenes Leben eigentlich gestalten wollen. Das Leben ist eine Reise, die sic... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
Am 13. Oktober 1930 tritt der neu gewählte Reichstag zusammen. Die NSDAP war mit 18,3 Prozent der Stimmen als zweitstärkste Partei aus der Wahl hervorgegangen. Die Abgeordneten der NSDAP tragen Anzüge, darunter braune Hemden mit Hakenkreuzbinde. Am 17. Oktober 1930 tritt Thomas Mann auf das Podium im Beethovensaal der Berliner Philharmonie und hält... mehr auf danares.wordpress.com
180° Meer ist ein Roman über Jule, eine junge Frau, die mit sich selbst und ihrer eigenen Vergangenheit ringt. Was soll man nur machen, wenn man die eigenen Eltern hasst? Was soll man machen mit einem Freund, den man aus Langeweile immer wieder betrügt? Was soll man machen mit einem Leben, mit dem man eigentlich gar nicht glücklich ist? Ich bin ... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
Am Bahnhof wird ein Mann aufgeschnappt. Er verpasst dem Polizisten eine und wird inhaftiert. Die ungewollte Aufmerksamkeit bekommt noch eins drauf gesetzt. Der Mann weist sich als Mr. White aus, aber man erkennt in ihm den seit sechs Jahren verschwundenen Anatol Stiller, einen schweizerischen Bildhauer. Das Problem nur – Mr White sagt immer u... mehr auf missbooleana.wordpress.com
„Hoffentlich komme ich nicht ungelegen“, sagt Walter Benjamin höflich zu Lisa Fittko, aber er habe erfahren, dass sie ihn „über die Grenze nach Spanien“ bringen könne. September 1940. Der Süden Frankreichs ist noch nicht von den Deutschen besetzt. „Alles drängte nach Marseille“, schreibt Lisa Fittko. „Die Stadt war voll gepfropft mit Flüchtlingen, ... mehr auf danares.wordpress.com
In Timo Feldhaus’ Mary Shelleys Zimmer treffen die literarischen und politischen Granden der 1810er Jahre in einem erstaunlich modernen Ambiente aufeinander. Eine wahrhaftige Klimakrise bricht aus – im doppelten Sinne, denn ursächlich für das „Jahr ohne Sommer“ (1816) ist der … ... mehr auf literaturundfeuilleton.wordpress.com
Im Dezember haben Miss Booleana und ich uns zu einem spontanen Buddy Read von Emma zusammengetan. Emma war mein erster Roman von Jane Austen und Miss Booleanas letzter. :-) Im Roman wird eifrig flaniert & parliert, wie es sich für privilegierte Menschen mit überschüssiger Tagesfreizeit gehört. Ansonsten gab es Kutschen, Äpfel und ein Klavier. A... mehr auf danares.wordpress.com
„Unser Schweizerkind“ nannten sie Erika Mann und Klaus Mann, die Erbin aus wohlhabender Schweizer Fabrikantenfamilie mit dem erheirateten französischen Diplomat*innenpass. Annemarie Schwarzenbach, die es fast geschafft hätte, die binäre Kopfwelt von Thomas Mann aus den Angeln zu heben: „Merkwürdig, wenn Sie ein Junge wären, dann m... mehr auf danares.wordpress.com
Die schwarze Spinne von Jeremias Gotthelf wird von einigen Germanisten in den Rang der Weltliteratur gehoben. Als Verfechter christlich-konservativer Werte wirkt die Novelle wie eine Reaktion Gotthelfs auf die zeitgenössischen Wandlungen seiner Epoche. Wie kann der Glaube an eine sittliche … ... mehr auf literaturundfeuilleton.wordpress.com
Im Lesemonat Juli war ich etwas late to the Deichbauparty mit Theodor Storms Werk Der Schimmelreiter. Die Novelle aus dem Jahr 1888 mit ziemlich vielen unerhörten Begebenheiten hat mir ausgesprochen gut gefallen: Hauke versus Ole, Tradition versus Fortschritt, Aufklärung versus Aberglaube – und ziemlich viele tote Tiere in der Binnenerzählung. Dass... mehr auf danares.wordpress.com
In Gegenspiel erzählt Stephan Thome nicht nur eine spannende Lebensgeschichte, angesiedelt irgendwo zwischen Portugal und der deutschen Provinz, sondern wagt auch ein literarisches Experiment. Vor zwei Jahren veröffentlichte Stephan Thome den Roman Fliehkräfte. Damals erzählte er die Geschichte des Professors Hartmut Hainbach, der seit zwanzig J... mehr auf buzzaldrins.wordpress.com
Knaller Titel oder notwendiges Clickbait? Ich sage letzteres. Aber fangen wir mal mit Zahlen an. (TW/CW für Femizid und sexualisierte Gewalt) „Laut einem UN-Bericht wurden im Jahr 2022 rund 89.000 Frauen und Mädchen vorsätzlich getötet – der höchste Stand seit 20 Jahren“ kann man auf der Seite von Amnesty International (Stand 17.03.24) ... mehr auf missbooleana.wordpress.com
Die beste Idee bringt nichts… Was macht ein Genie aus? Ist es der Intellekt? Die reine Nennung seines Intelligenzquotienten? Der soziale Umgang mit seinen Mitmenschen? Oder ist es die Summe aus allem zusammen? Klaus Cäsar Zehrer hat mit „Das Genie“ anhand einer historisch belegbaren Figur genaustens aufgezeigt, was passiert, wenn man zwar hyp... mehr auf lesenmachtgluecklich.wordpress.com
Autofiktion ist im Trend: Nach dem Nobelpreis-Sieg von Annie Ernaux geht nun auch der Deutsche Buchpreis 2022 an die Autofiktion Blutbuch von Kim de l’Horizon. Der mit verschiedensten Konventionen brechende Debütroman erzählt von Queerness, Familiengeschichte und generationsübergreifenden Traumata. Um all … ... mehr auf literaturundfeuilleton.wordpress.com
Eine Kleinstadt in Württemberg: Die protestantische Claudia Dortenbach und der jüdische Helmuth Martell heiraten, bekommen zwei Kinder. Trautes Heim, Glück allein. Protagonistin Claudia ist ganz im Privaten verhaftet, im Alltag der großbürgerlichen Familie. Es sind die letzten Jahre der Weimarer Republik. Die Politik, der Antisemitismus, die Vorbot... mehr auf danares.wordpress.com
Etwas spät – oder wieder zur rechten Zeit – las ich mich Anfang des Jahres durch eine Literatur, die jene Zeit schildert, die wir heute Baseballschlägerjahre nennen. Als Hashtag eroberte der Begriff dank Christian Bangel zunächst Twitter, inzwischen ist er zu einer Art Epochenbegriff für die Zeit in Ostdeutschland nach der Wende mutiert... mehr auf danares.wordpress.com
Im Lesemonat März musste ich meine Meinung zum politischen Thomas Mann etwas revidieren, darum erscheint er als Entschuldigung nun links im Bild. :) Im Thomas-Mann-Buchclub 2025 von Marc (@lustaufbuch auf Insta) haben wir die Quartalslektüre Buddenbrooks abgeschlossen. Was kann man da schreiben, was noch nicht geschrieben wurde. Jedenfalls wird da ... mehr auf danares.wordpress.com