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Sarlat-la-Canéda ist das besterhaltene mittelalterliche Stadtensemble Südwestfrankreichs — und weiss es sehr genau. Bevor im Sommer die Touristenmassen einfallen, sind jetzt die Rentner unter sich. Schlendern ist deren schnellste Art sich durch die Idylle zu bewegen. Sarlat ist einer jener Orte, die einfach alle schön und niedlich finden. Und dann ... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Heftiger Regen, dichter Verkehr, kurze Strecke — trotzdem zäh. Bordeaux empfängt uns zur Mittagszeit, nass und ohne Umschweife. Wir sind in Frankreich: Brasserie, Plat du jour, ein Glas Bordeaux. Ein ehrliches Angebot. Danach die Rue Sainte-Catherine hinunter — angeblich die längste Fussgängerzone Frankreichs, 1,2 km. Fnac, Pull&Bear, Jules, H&... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Vierzehn Grad, immer wieder kurze Regenschauer, die Altstadt noch fast leer. Am Eingang eines unscheinbaren Hauses in der Parte Vieja: «Gaztelubide». Unser Begleiter klärt — kein Restaurant, sondern eine Sociedad Gastronómica, gegründet 1934 durch eine Abspaltung, die Abstimmungszahlen im Wappen verewigt: 44 gegen 51. Der Unterlegene gründet seinen... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Der Osborne-Stier am Strassenrand, schwarz gegen den Himmel — ursprünglich Werbung für einen Brandy, heute Wahrzeichen für ganz Spanien. Wir sind noch in Spanien. Und doch nicht mehr ganz. Donostia (San Sebastián) ist nicht das Ende unserer Rundreise. Das war Segovia, mit seiner römischen Wasserleitung und dem kastilischen Ernst. Donostia ist der A... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Segovia, auf 1000 Meter, 14 Grad, ein schneidender Wind fegt durch die Stadt. Beim Eingangstor zum ehemaligen jüdischen Viertel liegt eine Messingplakette auf dem Kopfsteinpflaster, in Form der Iberischen Halbinsel. Die Inschrift ist hebräisch: זכור — Zakhor. «Erinnere dich.» Segovias jüdische Gemeinde war im Mittelalter eine der grössten Kastilien... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Der 1. Mai ist in ganz Spanien Feiertag. Wer nicht demonstriert, geniesst ein verlängertes Wochenende. Zum Beispiel in Córdoba. Sei’s drum. Wir wollten die Mezquita nochmals sehen. Diese Kathedrale ist eines dieser Bauwerke, die man, einmal besucht, für den Rest seines Lebens im Gedächtnis behält. Angkor Wat, der Taj Mahal, die Hagia Sophia, ... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Cádiz. Ich wollte schon lange mal nach Cádiz. Weshalb — ich weiss es auch nicht. Vielleicht weil es sich bei dieser Stadt um die älteste kontinuierlich bewohnte Stadt Westeuropas handelt — gegründet um 1100 v. Chr. von den Phöniziern als Gadir, Handelsposten am Rand der damals bekannten Welt. Was ich jedoch auch eben erst erfahren […]
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Regen. 17 Grad. Nebelschwaden ziehen vom Tal hoch. Die Stadt entfaltet einen eigenen Charme. Das Weiss der Häuser geht in den Nebel über. Man geht vorsichtig, die steilabfallenden gepflasterten Strassen sind rutschig. Lese: Gemäss einer Umfrage sollen 52% Ja zur 10 Millionen-Initiative sagen. Grosse Aufregung. Die wichtige Zahl ist jedoch eine ande... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Zwanzig Minuten von Vejer. Der Weg zum Strand führt durch die Ruinen der historischen Thunfischfanganlage — 15./16. Jahrhundert, als die Herzöge von Medina Sidonia das Almadraba-Monopol kontrollierten und damit reich wurden. Dahinter Kilometer um Kilometer Sandstrand. Gerade so viele andere Strandgänger, dass man sich nicht verloren vorkommt. Mitta... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Vejer ist weiss. Nicht als Designentscheid – Kalk auf den Mauern — das ist Desinfektion, nicht Ästhetik. Die Erbauer der Stadt brachten dieses Wissen mit. Die Mauern sind maurisch, der Grundriss der Stadt arabisch. Im 13. Jahrhundert haben die Kastilier Vejer eingenommen, die Bewohner vertrieben — und das Weiss behalten.
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Mit Vejer ist der südwestlichste Punkt erreicht. Die Reise dreht hier um. Was bis hierher war: Kultur, Baudenkmal, Landschaft — das stimmt, aber es greift zu kurz. Es war auch eine Reise durch die spanische Küche. Und die hat wenig mit dem zu tun, was in Mitteleuropa als mediterrane Ernährung verkauft wird. Wenig Gemüse. Aber […]
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Ronda ist der Prototyp des instagrammierten Andalusien — die Brücke auf jedem zweiten Reiseblog, Busladungen aus Málaga, Tagestouristen die nichts essen ausser einer Glacé vor der Schlucht. Nach Morella, Sigüenza, Zafra, Cáceres wirkt das wie ein Kategoriewechsel. Die Städte davor hatten Besucher. Ronda hat Publikum.
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Kalkstein, 150 Millionen Jahre alt. Das Meer war hier oben — bis es sich zurückzog und den Fels der Erosion überliess. Was übrigblieb, würde Steiner Anhänger gefallen: keine rechten Winkel. Über uns kreisen Griffongeier (KI), die keine Eile kennen. Der Abstecher lohnt sich. Schon wegen der Landschaft davor.
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Auf den ersten Blick ist Antequera ein hübsches, kleines Städtchen auf 500 Metern, umgeben von Olivenbaumplantagen bis weit über den Horizont hinaus. Doch das Unscheinbare trügt. In ein paar Stunden kann man zu Fuss 7000 Jahre Menschheitsgeschichte durchwandern. Neolithikum:Die Dolmen de Menga, 5500 Jahre alt. Erdhügel markieren eine Kultstätte. G... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Der Halt in Jaén war überlegt. Das Ziel klar: die Kathedrale, entworfen von Andrés de Vandelvira — demselben Architekten, dem wir schon in Úbeda begegnet waren. Eine Fortführung, keine Wiederholung. Von aussen schiesst die Fassade steil nach oben: übereinander gestapelte Heiligenfiguren, Voluten, Gesimse, der Glockenturm, der das alles noch einmal ... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Wer in Úbeda im Parador schläft, wacht mit einem Vorteil auf: Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt liegt direkt vor der Haustür, und morgens um acht gehört die Plaza Vázquez de Molina einem allein. Der Duft der blühenden Pomeranzen zieht über den Platz und erinnert an Jasmin – intensiver, als man es dem Baum zutrauen würde. […]
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Spanien, wie wir es erleben, ist vor allem Landschaft. Eine Weite, wie wir sie nicht kennen. Und hier wieder grün. Dunst legt einen silbrigen Schleier über die Weite. Die Böden tragen noch die Feuchte des Winters. ***** Am Vormittag – rechts der Autobahn diese markante Burg auf dem einzigen Felsen weit und breit. Ein Dorf […]
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Kurz nach der Abfahrt aus Mérida meldete sich das Armaturenbrett: kritischer Luftdruckverlust, Vorderreifen. Ein Nagel, wie sich später herausstellen sollte. Hyundai-Händler vor Ort, Adresse einer Servicekette, knappe zwei Stunden Pause — dann war die Sache erledigt, fast beiläufig, als hätte das Auto nur kurz Aufmerksamkeit verlangt. Zafra rechtfe... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Mérida – als Augusta Emerita ab 25 v. Chr. Hauptstadt der Provinz Lusitania. Das Theater und das Amphitheater gleich nebenan sind einen Halt wert. Mérida bekam sein Theater um 16–15 v. Chr. — also kurz nach der Stadtgründung. Man wollte den römischen Legionären, die nach ihrer Entlassung angesiedelt wurden, es an nichts fehlen lassen. Und [... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Die Stadt erklärt sich nicht in den Gassen. Sie erklärt sich vom Turm aus — wenn man durch den Glockenrahmen schaut und plötzlich die ganze Extremadura vor sich hat. Enge und Weite, im selben Atemzug. Unten: Pflastersteine, Adelspaläste, Gassen so schmal, dass man Autos nicht mal verbieten muss. Oben: ein Horizont, der bis Portugal reicht. […... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Spanien beginnt nicht an der Grenze. Es beginnt dort, wo das Grün aufhört. Die Autobahn nach Cáceres verläuft durch eine Landschaft, die sich langsam entzieht. Das satte Grün der Hochebene verblasst, wird heufarben, fast staubig. Die Sonne steht anders. Die Schatten sind kürzer. Um die Mittagszeit zeigt das Thermometer 28 Grad — Sommer, obwo... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Cuenca — fast 1000 Meter. Das erklärt einiges: die Lichtqualität, die trockene Luft, die Temperaturschwankungen zwischen Sonne und Schatten. Cuenca liegt höher als der Grossteil der Schweizer Voralpen-Täler. Lese: Cuenca war 300 Jahre maurisch — von der arabischen Eroberung 714 bis zur Reconquista 1177. Denke: Lange genug, um die Stadtstruktur fund... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Drei Stunden von Sigüenza nach Cuenca. Eine Nebenstrasse, kaum ein anderes Auto. Kein Grund zur Eile. Die Landschaft passt zum Tempo. Sanfte Hügel, das satte Grün der Felder, das man in Kastilien nicht erwartet, und dahinter — nichts. Weite ohne Abschluss. 22 Grad.. Hin und wieder ein Dorf. Man hält an, vertritt sich die Beine. […]
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Irgendwann hatte ich aufgehört, Kirchen zu besichtigen. Der Entscheid war lapidar: Wenn ich sonst nie in die Kirche gehe — warum dann unterwegs? Touristenpflicht ist schliesslich kein Argument. Die KI hatte Sigüenza auf die Karte gesetzt. Mittelalterliche Kleinstadt, Kastilien, zwei dominierende Bauten: das Castillo, heute Parador, wo wir nächtigen... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Sigüenza, 1054 Meter über Meer – ein Halt für zwei Tage. Weil es sich lohnt. Der Parador, in dem wir Station machen, war einst eine Bischofsresidenz, dann eine Burg, dann ein Schlachtfeld im Bürgerkrieg. Jetzt schläft man auf der Durchreise darin. Kastilien nimmt Geschichte nicht weg — es lebt darin weiter. Die Kathedrale: romanisch angefange... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Morella thront auf diesem Felsen wie eine Behauptung. Ringmauer, Burg, Kathedrale – eine Insel in wilder Landschaft. Das ist die Überraschung: so viel Geschichte, so wenig Betrieb. Morella – 2800 Einwohner, 984 ü.M.. Mittelalter ohne Kulissencharakter.
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Narbonne. Gefühlter Herbst. Morgen soll besser werden. Das mit der Sonne. Wer im April nach Süden fährt, kalkuliert mit Sonne auf Vorschuss. Narbonne liefert heute nicht. Grau, feucht, zehn Grad unter Erwartung. Die Stadt ist trotzdem gut — römisch, selbstbewusst, nicht auf Touristen angewiesen. Moules, Frites, Rosė – Frankreich entschädigt s... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Ein Road Trip. Vorgeschlagen von der KI. Massgeschneidert. Vier Wochen, zwei Personen, ein Elektroauto. Die Route: kein Reisebüro, kein Reiseführer — eine KI hat sie entworfen. Mit Auftrag: keine Metropolen, keine Touristenfallen, nichts Offensichtliches. Erste Etappe: Valence, Rhônetal, Frankreich. Durchgangsstadt für alle, die nach Süden wollen —... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Wie moralisch heilsam ist mir es dann auch, unter einem ganz sinnlichen Volke zu leben, über das so viel Redens und Schreibens ist, das jeder Fremde nach dem Massstabe beurteilt, den er mitbringt. Rom, 1. November 1786 Es ist nicht Italien, es ist unsere Idee von Italien, die uns immer wieder hinfahren lässt. Diese Sehnsucht […]
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Die Heizung läuft wieder. Aber sie gibt noch immer blubbernde Geräusche von sich. Und dazu noch dieses Klappern, als würden die locker gewordenen Flügel eines Ventilators gegen die Blechabdeckung schlagen. Aber die Anlage gilt seit Dienstag als repariert. Basta. Wir waren in der Stadt, als sich unser Concierge, der Wohnungsvermieter und ein Technik... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Fühle mich diskriminiert. Einfach mal so. Schliesslich haben alle ein Recht darauf, sich diskriminiert zu fühlen. Punkt ****** Glaubte lange Jahre daran, dass der Sinn des Lebens die Arbeit sei. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, war das ein Irrtum. Gut, ich hatte bis dahin auch nicht das nötige Geld, um vom Glauben abzufallen. ****** Was [... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Dort standen also all die Leute in einer Reihe. Und wir dachten – den Garten hinter dem Tor könnten wir uns eigentlich auch mal anschauen. Wir dachten, dass er demnächst öffnet. Ich ging dann mal nach vorne, um mich über die Öffnungszeiten kundig zu machen. Da war nichts, aber da guckte der Vorderste in der […]... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Diese Woche ist alles irgendwie das letzte Mal. Zum Beispiel Pizza essen gehen in Trastevere.... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Endlich haben wir ein Land gefunden, das noch viel teurer ist als die Schweiz. Wir möchten es allerdings nicht missen, weil Island ziemlich anders ist. Ich meine, was es sonst noch gibt an Ländern. Abwechsungsreich und kompakt. Heute herrscht erstmals ein völlig wolkenloser Himmel. Wenn man Richtung Meer blickt. Bei 12 Grad, was schon fast […... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Seit Mai, sagt XYZdottir, die Frau an der Rezeption, seien das gestern und heute die einzigen Tage ohne Regen gewesen. Seit Mai. Die 15 Grad fühlen sich denn auch wie 25 an.... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Damit ichs nicht vergesse, weil es ja möglich ist, dass das jemanden interessiert: Die lievito madre haben wir, anders als befürchtet, doch noch durch die Flughafenkontrolle geschmuggelt. In einem Einmachglas im grossen Koffer. Jetzt gibts auch in Arlese Römer Brot.... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Ein Schwuler wird Bundesrat, eine Mutter Bundesrätin. Und Kenia Fussballweltmeister. Mehr will ich gar nicht. Im Moment.... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Zwei Tage hat es ohne Unterbruch geregnet. Das hatten wir seit letzten November noch nie. Regentage – das waren bis anhin ein paar Stunden und dann Schluss. Aber man beklagt sich ja nicht. Denn damit werden halt so ein Donnerstag und ein Freitag zu faulen Sonntagen. Mit Lesen und Kochen und Museumsbesuchen. Und am Abend […]... mehr auf arlesheimreloaded.ch
Ach ja, falls es interessiert, mit was wir unterwegs waren, mit dem da:Testfahrt für ein neues Projekt. ... mehr auf arlesheimreloaded.ch